Wobei handelt es sich bei Candida Albicans?

Was genau ist Candida Albicans? Wie nistet er sich im Körper ein? Und wie kann er dem Körper schaden? All dies wird hier erläutert.

candida albicans
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Was ist Candida genau?

Zu aller erst muss verstanden werden, was Candida überhaupt ist. Hierbei handelt es sich um den Namen der am weitest verbreiteten Hefepilzfamilie. Die Arten dieser Pilzfamilie setzten sich vermehrt auf Schleimhäuten in Mund, Rachen, Genital und Verdauungstrakt ab. Ebenfalls können sich die Pilze auf der Haut ansiedeln.

Im Allgemeinen sollten Pilze nicht unbedacht negativ dargestellt werden, da sie wichtige Funktionen im menschlichen Körper erfüllen. Beispielsweise sind sie an der Produktion von Vitamin D beteiligt. Vervielfältigt sich der Pilze jedoch in einem zu großen Maß, kann er dem Körper Schaden. Dieser Zustand wird als „pathogen“ bezeichnet

Hefepilze sind Einzeller und ernähren sich hauptsächlich von Zucker und Kohlehydraten. Zucker ist für den Pilz, die bevorzugte Speise, weil dieser einfach zu Energie umgewandelt werden kann. Des Weiteren produzieren Hefepilze Stoffwechselprodukte wie Fusselakohole, Gase und Pilzgifte. Bei hoher Produktion dieser Stoffwechselprodukte, können sie dem menschlichen Körper erheblichen Schaden zufügen. Die Hefepilze vermehren sich durch die sogenannte „Zellsprossung“. Aus den Sprossen bilden sich ganze Zellketten. Diese haften sich dort im Körper an, wo sie genügend Nahrung finden. Deshalb können sich Pilze über große Flächen im oder auf dem menschlichen Organismus ausbreiten.

Ist die Population der Pilze erst einmal groß genug, versucht der Pilz systematisch das Immunsystem auszuschalten und zu unterwandern. Um dies zu schaffen, nimmt der Pilz den Platz der guten Darmbakterien ein. Diese guten Darmbakterien sind essentiell für das Immunsystem. Es kommt zu einem wahren um den Platz im Darm. Verlieren die Bakterien den Kampf gegen den Pilz, ist die Immunabwehr geschwächt und der Pilz kann sich fast ungehindert ausbreiten. Eine solche Überpopulation nennt man „Candidose“. Ist das Gleichgewicht der Immunabwehr und der Mikroorganismen gestört, kann der Pilz für eine Vielzahl von Symptomen und Beschwerden verantwortlich sein und somit das Leben von Betroffenen maßgeblich zum negativen beeinflussen.

Candida Albicans

Die am häufigsten auftretende Art dieser Pilzfamilie ist „Candida Albicans“. Dieser Pilz kann bei fast jedem Menschen nachgewiesen werden. Er kann bereits bei Säuglingen, direkt nach der Geburt, nachgewiesen werden. Normalerweise ist „Candida Albicans“ im Gleichgewicht mit der Immunabwehr und weiteren Mikroorganismen im Körper.

Candida albicans ist der häufigste Auslöser einer Candidose, also einer schädigenden Überbesiedelung durch Hefepilze. Mehr über die Gründe, welche zu dieser führen können, zeige ich dir unter Ursachen einer Candidose auf.

Infektionen mit Candida albicans bleiben leider sehr häufig unentdeckt, da dieser sich meistens im Darm befindet, wo er nicht offensichtlich gefunden werden kann.

Candida albicans steht mittlerweile unter Verdacht, an verschiedensten chronischen und teilweise tödlichen Krankheiten beteiligt zu sein:

  • Alzheimer
  • Morbus Crohn
  • Krebs
  • Allergien
  • Reizdarmsyndrom
  • Depressionen
  • und vielen weiteren

Ein Großteil von ganzheitlichen Medizinern und Experten, sind mittlerweile der Meinung, dass so gut wie jeder Mensch eine Überbesiedelung von Candida in sich trägt. Viele Betroffene sind sich dessen nur nicht bewusst, da Candida albicans sehr unbestimmte Symptome verursacht und in seltenen Fällen, sogar überhaupt keine Symptome entwickelt, zumindest anfänglich.

So oder so ist allerdings zu sagen, auch wenn keine oder nur geringe Symptome vorhanden sind, schadet der Pilz rund um die Uhr dem menschlichen Körper. Er belastet und schwächt das Immunsystem und macht den Menschen anfälliger für andere Erkrankungen und Infektionen.

Wie schafft es der Pilz sich einzunisten?

Die Schleimhäute sind mit sogenannten Immunglobulinen überzogen. Diese heften sich an schädliche Erreger und markieren sie als feindlich. Die Fresszellen, auch Makrophagen genannt, fressen alle markierten feindlichen Erreger und machen diese somit unschädlich. Allerdings fressen die Makrophagen ausschließlich die markierten Feinde. Pilze besitzen jedoch eine sogenannte pleomorphe Natur. Das bedeutet, dass der Organismus seine Form verändern kann, um sich anderen oder neuen Umgebungen anzupassen. Einige Arten von Candida können sich regelrecht tarnen und werden somit nicht von den Immunglobulinen markiert und können von den Makrophagen daher nicht gefressen werden.

Eine der größten Schutzbarrieren im Körper ist die Magensäure. Wer in den Magen-Darmtrakt vorstoßen will, muss diese Barriere erst einmal überschreiten. Viele schädliche Krankmacher scheitern an diesem Säurebad. Allerdings überstehen diverse Hefepilze diese Tortur problemlos und unbeschadet. Sie können sich anschließend in die Schleimhäute des Darms einnisten. Sie graben sich regelrecht in die Schleimhäute ein. Teilweise können die Pilze sogar den Blutzuckerspiegel als Nahrungsquelle anzapfen. Finden die Hefen einen Zugang zum Blutzuckerspiegel, können sie lange Phasen ohne direkte Zuckerzufuhr überstehen, da sie sich direkt vom Zucker im Blut ernähren.

Weiterhin können Hefepilze durch die Aussendung bestimmter Botenstoffe das Essverhalten eines Menschen beeinflussen. Das bedeutet, wenn zu wenig Zucker durch die Nahrung aufgenommen wird, setzt der Pilz Botenstoffe frei, durch die der Mensch Heißhunger auf süßes bekommt. Der Mensch gibt diesem Gefühl nach und nimmt zuckerhaltige Nahrung auf. Demzufolge erhält der Pilz wieder genug Nahrung und kann sich durch die gewonnene Energie weiter ausbreiten. Dieser Pilz ist ein wahrer Überlebenskünstler im menschlichen Körper. 

Der Pilz und seine Toxine

Pilze produzieren bestimmte Toxine, um sich beispielsweise gegen Bakterien durchsetzen zu können. Eines der bekanntesten Pilzgifte ist Penicillin, aus welchem Antibiotika hergestellt wird. Antibiotika war eine wichtige Errungenschaft in der Medizin. Dieses Mittel ermöglichte die Ausrottung von einer Vielzahl an bakteriellen und teilweise tödlichen Erkrankungen. Diese Toxin ist eine wahre Waffe gegen alle Arten von Bakterien, egal ob gut- oder bösartig. Das Pilzgift tötet Bakterien ab und der Pilz kann sich dadurch noch leichter verbreiten.  Die Toxine töten aber nicht nur Bakterien ab, sondern können auch zu Gewebeschädigungen führen. Die Toxine führen somit zu einer erheblichen Schädigung des Immunsystems und des Körpers.

Candida Die-Off

Candida Die-Off ist die Bezeichnung der Erstverschlimmerung durch das abtöten der Pilze. Da die Hefepilze ihr Gift in ihren Zellen speichern, wird bei einer schnellen Abtötung der Pilze eine große Anzahl an Pilzgiften freigesetzt. Das Pilzgift kann deshalb zur Verstärkung bestehender Symptome führen oder ganz neue Symptome auf den Plan rufen:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Blähungen, Durchfall oder Verstopfung
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Schlechte Leistungsfähigkeit
  • Übelkeit
  • Schüttelfrost, Kältegefühl
  • Juckreiz
  • Schwitzen
  • Fieber

Diese Symptome sind jedoch nur temporärer Natur, bis die Gifte aus dem Körper gespült sind. Eine Ballaststoffreiche Ernährung unter dem Einsatz von Flohsamenschalen unterstützt den Körper bei der Entgiftung und der Abführung der durch den Pilz freigesetzten Toxine. Daher kann es, unter Anwendung dieser, zu einer starken Linderung bis hin zum nicht auftreten der Erstverschlimmerung kommen.

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