Die Darmgesundheit ist ausgesprochen wichtig

Der Darm beherbergt den größten Teil unseres Immunsystems. Es herrscht eine enge Verbindung zwischen dem Immunsystem und dem Verdauungstrakt. Die Darmgesundheit ist daher ausgesprochen wichtig.

Der Darm ist mitunter am häufigsten von einer Pilzinfektion betroffen. Er bietet ausreichend Platz und bietet die besten Bedingungen, damit sich der Hefepilz Candida ausbreiten kann.

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Darmgesundheit
Quelle: Pixabay

Wie funktioniert überhaupt unsere Verdauung?

ALs erstes einmal beginnt die Verdauung im Mund. Der Mensch zerkleinert in ihm seine Nahrung. Die zerkleinerte Nahrung wird mit dem Speichel vermengt und gelangt über den Rachen in die Speiseröhre. Die Speiseröhre ist mit vielen kleinen Muskeln ausgestattet und geleitet den Nahrungsbrei durch eine Wellenbewegung, in den Magen.

Der Magen sorgt mit walzenden Bewegungen und der Magensäure dafür, dass das Essen weiter zerkleinert wird. Ist die Nahrung erst einmal klein genug, kann diese weiter in den Dünndarm vordringen.

Der Dünndarm erfüllt hauptsächlich mechanische Arbeit. Stoßen Nahrungspartikel gegen die Wände des Dünndarms, regt dies seine Bewegung. Diese Bewegung sorgt für die weitere Zerkleinerung der Nahrung. Die Wände des Dünndarms sind mit kleinen Darmzotten ausgekleidet, welche die Nahrungspartikel weiter zerkleinern. Sind die Partikel erst einmal klein genug, können sie vom Darm aus in unsere Blutbahn gelangen und werden über diese dort hin transportiert, wo sie benötigt werden. Ballaststoffreiche Nahrung hat eine positive Auswirkung auf den Dünndarm. Die unverdaulichen Bestandteile sorgen für mehr Kontraktion im Dünndarm, durch welche dieser zu noch mehr Bewegung angeregt wird und die Nahrungspartikel noch besser und schneller verarbeitet.

Nach diesem unglaublichen Kraftakt des Dünndarms sind nur noch wenige kleine Nahrungsbestandteile und Verdauungsflüssigkeit übrig. Um diese kümmert sich dann im Anschluss der Dickdarm. Der Dickdarm beherbergt den mit Abstand größten Teil der Darmflora. Er kümmert sich darum, dass die Verdauungssäfte wieder vom Körper aufgenommen werden können. Im Zusammenspiel mit der Darmflora, werden die letzten Überreste der Nahrung zerlegt und aufgenommen. Viele Stoffe wie Mineralien und Vitamine können erst hier aufgenommen bzw. produziert werden. Alles was nicht weiter aufgenommen werden kann, gelangt letztendlich in den Enddarm (Mastdarm) und wird dann über den Kot ausgeschieden.

Was hat der Darm mit der Psyche zu tun?

Der Darm besitzt ein eigenes Nervensystem. Es kann ohne die Mitwirkung von Gehirn oder Rückenmark agieren. Der Dünndarm verfügt über mehr als 100 Millionen Nervenzellen. Werden alle Nervenzellen des Verdauungstraktes zusammengenommen, ist dessen Anzahl größer als die des Rückenmarks und peripheren Nervensystems zusammen. Unser Darm hat also ein Gehirn, das sogenannte „Darm-Hirn“.

Das Darm-Hirn arbeitet in der Regel selbstständig und ist Teil des autonomen Nervensystems. Von der Aktivität des Darm-Hirns bekommet der Mensch in den seltensten Fällen etwas mit. Die Aktivität bemerken wir erst durch Anzeichen wie Sodbrennen, Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung. Die Nervenzellen der Darmwand sorgen für eine ungehinderte Verdauung und sind für die Analyse der Nährstoffe verantwortlich. Sie entscheiden über deren Aufnahme oder Ausscheidung. Sämtliche Darmbewegungen werden durch die Nervenzellen gesteuert und koordiniert.

Die Darm-Hirn-Achse sendet Signale der Nervenzellen an das Gehirn und umgekehrt, allerdings sendet der Darm 90% aller Signale an das Gehirn und das Gehirn gerade einmal 10% an den Darm. Gefühle wie Sättigung, Stress und Zufriedenheit werden daher erst einmal im Darm erzeugt. Das Wohlfühl- oder Glückshormon Serotonin wird beispielsweise zu 95% im Darm produziert. Es regelt neben der Verdauung und dem Sättigungsgefühl auch unser allgemeines Wohlbefinden. Ebenfalls leisten Darmbakterien Unterstützung bei der Produktion von Glückshormonen. Somit ist die Darmflora ebenfalls an Emotionen und Entscheidungen betroffen. Bei Stress jedoch, werden entzündungsfördernde Signalstoffe freigegeben, welche für Nervosität, Unruhe und Angst verantwortlich sind.

Geht es unserer Darmgesundheit also schlecht, leidet wohl oder übel auch unsere Psyche darunter.

Die Darmflora

Die Darmflora besteht aus mehr als 100 Billionen kleiner Keime. Sie erstreckt sich von Mund bis hin zum Anus. Umso weiter man nach unten geht, desto mehr Keime finden sich. Die meisten der Keime leben jedoch im Dickdarm. Er besitzt eine mehrfach gefaltete Darmschleimhaut und bietet daher den meisten Platz und die besten Möglichkeiten für Keime sich anzusiedeln. Fast 99% unserer lebenden Mitbewohner befinden sich hier, eine wahre Metropole für Keime.

Je vielfältiger die Mischung der Bakterien ist, desto besser ist es für die Darmgesundheit. Eine große Artenvielfalt ist außerdem Zeichen einer gesunden und ausgewogenen Balance. Unsere Bakteriellen Mitbewohner sind nämlich überlebenswichtig für uns. Unsere Darmflora ist ausgesprochen nützlich und absolut harmlos. Der Mensch ist wie ein Ökosystem aufgebaut und kooperiert mit den Bakterien zum gegenseitigen Vorteil.

Die Darmbakterien unterstützen uns bei Aufgaben wie:

  • Verstoffwechseln von Nahrung
  • Versorgung des Darms mit Energie
  • Vitaminproduktion
  • Abbau von Giften
  • Produzieren wichtige Gase, Säuren und Fette
  • Beeinflussen unser Körpergewicht
  • Sie trainieren, stimulieren und aktivieren das Immunsystem
  • Beeinflussen Psyche, Emotionen und Hirnfunktionen positiv
  • Beeinflussen Blutzucker- und Cholesterinspiegel
  • Bekämpfen pathogene Keime und Parasiten
  • Schützen Haut und Schleimhäute vor infektiösen Keimen

Wird unsere Darmflora jedoch durch den Einsatz diverser Medikamente oder ähnlichem geschwächt, hat der Pilz freie Bahn, um dieses außerordentlich wichtige Milieu für sich zu beanspruchen. Viele der wichtigen Aufgaben, welche die Bakterien für uns übernehmen, können durch die dezimierte Anzahl nicht mehr aufrechterhalten werden oder fallen gar komplett aus.

Dies kann zu einer Unterversorgung des Körpers mit wichtigen Mineralien und Vitaminen führen. Die Funktionen des Darms werden eingeschränkt und es kommt zu Erscheinungen wie Durchfall, Verstopfung, Mangelerscheinungen, bis hin zu Depressionen und weiteren psychischen Belastungen.

Der Stuhl als Indikator für eine gute Darmgesundheit

Der Stuhl kann uns einiges über den Zustand des Darms und unserer Verdauung anzeigen. Ein weicher Stuhlgang ohne viel pressen zu müssen, spricht in aller Regel für einen gesunden Darm. Ebenfalls gute Zeichen für einen gesunden Darm ist, wenn man nicht mehr als 2-3-mal den Hintern abwischen muss und der Kot nicht schmierig verwischt.

Anzeichen für schlechte Darmaktivitäten sind unter anderem schmieriger, übelriechender Stuhl bis hin zu Durchfall oder Verstopfungen. Sehr harter Stuhl, bei dem außerordentlich fest gepresst werden muss, ist ebenfalls ein schlechtes Zeichen.

Die Darmgesundheit auf Vordermann bringen

Wie kann die Darmgesundheit wieder verbessert werden, wenn diese durch Candida Schaden genommen hat?

Probiotika

Bei Probiotika handelt es sich um Bakterien, welche die Darmfunktionen zu unseren Gunsten beeinflussen. Darunter zählen unter anderem Bifido- und Milchsäurebakterien (Lactobazillen).

Sie können uns dabei unterstützen die Abwehrlage zu verbessern und die wichtige Körpereigene Abwehr zu stärken. Sie sind ebenfalls sehr gut dafür geeignet, die weitere Ausbreitung des Pilzes einzudämmen.

Probiotika steigern die Aktivität unserer Fresszellen und helfen somit Candida aus unserem Organismus zu verbannen. Die Darmflora lässt sich mit ihrer Mithilfe wieder stabilisieren.

Gegen eine gesunde Darmflora, hat Candida so gut wie keine Chance.

Präbiotika

Unter Präbiotika versteht man im Wesentlichen nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, wie Ballaststoffe. Diese wirken sich positiv auf den menschlichen Körper aus, da sie das Wachstum und die Aktivität der Bakterien im Dickdarm anregen.

Sie sind eine hervorragende Nahrungsquelle für die Bifido- und Milchsäurebakterien und können so die Zusammensetzung der Darmflora und damit auch die Darmgesundheit verbessern. Die Bakterien mit gesundheitsfördernden Eigenschaften können sich unter Mithilfe der Präbiotika vermehrt im Dickdarm anhäufen.

Inulin ist hierbei besonders hervorzuheben. Es wird aus Chicorée Wurzeln gewonnen und kann von den Darmbakterien bestens verstoffwechselt werden.

Darmreinigung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den Darm von Belastungen zu reinigen. Eine oft angewandte Methode ist die „Colon Hydro Therapie“. Bei dieser wird reines Wasser durch den Anus in den Darm gepumpt. Der Darm füllt sich mit Wasser und beim Ablassen des Wassers wird einiges herausgespült. In den Darmwindungen ist nach den Pumpvorgängen noch Wasser vorhanden und dieses wird mittels spezieller Massagebewegungen aus dem Darm geleitet.

Bei dieser Methode wird der Dickdarm sehr gut erreicht, allerdings kommt das Wasser nicht bis in den Dünndarm vor. Wenn man sich den Aufbau des Darms vom oben nach unten noch einmal ins Gedächtnis ruft, kommt der Dünndarm vor dem Dickdarm. Ich persönlich bin kein Freund dieser „Reinigungsmethode“. Staubwischen tut man ja schließlich auch nicht von unten nach oben, weil sonst der Staub von oben einfach wieder runterfällt.

Es ist außerdem recht fragwürdig, ob es angemssen ist, Auf unnatürliche Art und Weis, Wasser in den Darm zu pumpen.

Eine einfachere und nebenbei auch angenehmere Methode bietet der Einsatz von Flohsamenschalen. Diese sind wie der Name bereits vermuten lässt, die Schale der Flohsamen. Es gibt sie als Darreichungsformen in Kapseln, Pulver oder die Schalen als solches. Die Schalen können unglaublich viel Wasser aufnehmen und quellen im Kontakt mit diesem sehr stark auf. Hierbei geben sie eine Art von Schleim ab, der sich wie eine Schutzschicht auf die Darmwand ablegt. Flohsamenschalen gehören zu den wasserlöslichen Ballaststoffen und sind daher bestens für die Darmregeneration geeignet.

Durch ihre besondere schalenartige Struktur wird Flohsamenschalen nachgesagt, dass sie schädliche Stoffe an sich binden und krankmachende Erreger, wie Candida, regelrecht aus dem Körper heraus schaben.

Diese Art der Darmreinigung stellt meiner Meinung nach, eine natürlichere und bessere Form, als die Colon Hydro Therapie dar.

Darmsanierung

Die Darmsanierung ist die ganzheitliche Regeneration der Darmflora. Unter den Einflusspunkten der Darmreinigung und der Probiotika und Präbiotika Einnahme, wird die natürliche Darmflora wieder stabilisiert und die Darmgesundheit aufgebaut.

Eine gesunde und artenreiche Darmflora ist das A und O, um Candida die Stirn bieten zu können.

Ein wirklich hervorragendes Buch und eine absolute Empfehlung meinerseits zum Thema Darm, ist Darm mit Charme* von Giulia Enders. Meiner Meinung nach, sollte dieses Buch jeder einmal gelesen haben.

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